von: Urs Heinz Aerni
13. Januar 2014

Wie sieht eine Medizin der Zukunft aus?

Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist.
 Diese einfach klingende Einsicht hat weitreichende Folgen für die Medizin und die Debatte um das Gesundheitswesen.
 Sie fordert von allen Beteiligten – Ärzten, Patienten, Wissenschaftlern und Gesundheitsmanagern – ein neues Denken.

© Menschenmedizin


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Ein Beitrag von Annina Hess-Cabalzar und Dr. Christian Hess auf Einladung von BERG.LINK:

Warum sprechen rund um das Gesundheitswesen alle von „Krise“? Sind die Möglichkeiten und An- Annehmlichkeiten der Medizin nicht größer denn je? Es werden fast ausschließlich die Kosten thematisiert. Sind die Erfolge zu selbstverständlich geworden oder ihren Preis nicht wert? Viele Patienten nehmen alternative Behandlungsmethoden in Anspruch. Scheinbar fehlt ihnen etwas.

Die Sozialversicherung zahlt Tausende von Euros für Behandlungen mit minimalem Lebensgewinn, tut sich aber schwer mit der Finanzierung von unterstützender Begleitung für das seelische Leiden der Kranken. Die Gesellschaft hat sich schleichend daran gewöhnt, Körper und Seele nicht mehr zusammen zu denken. Dabei haben unsere Praxiserfahrungen am Spital Affoltern in der Schweiz gezeigt, dass dem Patienten am besten geholfen werden kann, wenn man den ganzen Menschen betrachtet, seine Lebensgeschichte und sein soziales Umfeld einbezieht.

Bezeichnend ist der Fall eines 19-jährigen Auszubildenden. Er liegt nach einem selbstverschuldeten Unfall auf der Chirurgischen Abteilung. Die Eingriffe erfordern einen viertägigen stationären Aufenthalt im Spital. Die Pflegenden bemerken, vorwiegend nachts, Ruhelosigkeit und Angstzustände des jungen Mannes. Nach einigen Überredungsversuchen nimmt er das Angebot zur kurzen psychotherapeutischen Begleitung an. Der Hintergrund des Unfalls kommt zur Sprache: Ausgangspunkt einer gewalttätigen Streiterei zu Hause war die Bemerkung seines Ausbildners, er werde die Abschlussprüfung nicht bestehen. Nach dem Streit raste der Lehrling mit seinem Auto durch die Gegend. Er habe die Straßenlaterne auf sich zukommen sehen, aber irgendwie sei es ihm gleichgültig gewesen. In den täglichen Therapiesitzungen kommen eindrückliche Bilder hoch, die von enormen Problemen in der Familie erzählen und nachvollziehbar machen, dass an ein Lernen in dieser Atmosphäre nicht zu denken ist.

In den vier Tagen des Spitalaufenthaltes kann auch ein begleitetes Gespräch mit den Eltern stattfinden, die zwar zusammenwohnen, aber nicht oder nur gewalttätig miteinander kommunizieren. Nach etlichem Hin und Her erklären sie sich mit der erarbeiteten Lösung einverstanden: Der Sohn darf bis zur Lehrabschlussprüfung zur einzigen Vertrauensperson, der Großmutter, ziehen. Auf ihren Wunsch hin wird ein Vertrag zwischen ihr und dem Enkel bezüglich Alkoholkonsum und Ausgang erarbeitet und abgeschlossen. Wie wir später hören, besteht er die Abschlussprüfung nach zwei Monaten knapp.

Dieses Beispiel steht für das, was wir unter einer „Menschenmedizin“ verstehen: naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Herangehensweisen zu verbinden. Ohne die an unserer Klinik üblichen kurzen, psychotherapeutischen Interventionen wäre der Lehrling nach vier Spitaltagen nur „geflickt“ in die zerstörerische Familiensituation entlassen worden. Die sofortige Übernahme einer weiterreichenden Verantwortung durch das Klinikpersonal hat zwei positive Seiten: Es spart einerseits absehbare soziale Folgekosten und ermutigt andererseits das Behandlungsteam, weil sinnvoll geholfen werden konnte.

Die fächerübergreifende Behandlungsmethode ist und war nicht nur in diesem Fall wirksam, sie passt aber nicht zur heute üblichen Apparatemedizin. Für diese Fehlentwicklung gibt es geschichtliche Gründe: Die Ökonomie wurde im Laufe des letzten Jahrhunderts zur Ersatzreligion. Damit ging eine materialistische Sicht einher und ein Menschenbild, das alles und jedes auf Mess- und Wägbares verkürzt. Aber fühlen wir Menschen uns in einer dergestalt organisierten Welt noch wohl? Sind wir persönlich noch gemeint? Hat unser Kranksein noch einen Bezug zu unserem Leben?

Viele Bürgerinnen und Bürger scheinen zunehmend einen Bruch zu fühlen, der sich zwischen ihrem Alltagsempfinden und einer solchen Sicht auftut. Hilflosigkeit, ein Gefühl des Verlorenseins sowie ein undefinierbares Unbehagen haben sich breitgemacht. Das könnte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass sich so viele zu alternativen, oft wenig abgesicherten Methoden hingezogen fühlen. Dort erleben Menschen ein persönliches Gemeintsein, dass sie in der Schulmedizin vermissen. Viele fühlen zu Recht, dass sie in diesem ökonomisierten Gesundheitssystem nur als Garanten für Prämiengelder und Profit zählen. Wo sind die Grundwerte von Mitgefühl und Beistand jenseits des Materiellen geblieben? Die Medizin hat sich in eine Krise manövriert, deren Hauptproblem woanders liegt, als dass sie mit einem ökonomischen Ansatz zu bewältigen wäre.

Wir haben in einem öffentlichen Grundversorgungsspital der Schweiz seit mehr als 20 Jahren einen anderen Weg eingeschlagen und dauernd weiterentwickelt. Wir beziehen eine kunstorientierte Psychotherapie unabhängig von der medizinischen Diagnose mit ein, ebenso wie Philosophie, Medizinethik und Kunst, um den doppelten Ansatz von Natur- und Geisteswissenschaft unter modernen Bedingungen im medizinischen Alltag wieder aufzubauen. Die folgende Patientengeschichte soll diesen Ansatz nochmals verdeutlichen:

Der 41-jährige Patient liegt nach einem Zusammenbruch auf der Inneren Medizin. Er ist Leiter eines internationalen Forschungsteams in einer großen Firma. Im Laufe der letzten Jahre haben Belastung und Druck ständig zugenommen. Was der Patient in seiner Karriere zunächst als Herausforderung und Beweis seiner Leistungsstärke sah, wandelte sich zu einer Getriebenheit. Sie ließ sich nur noch mühsam mit Alkohol-Doping am Abend ertragen. Sein Leben geriet außer Kontrolle. Der Tod eines Freundes löste dann Schock und Absturz aus. Die vier Tage im Krankenhaus bedeuten für ihn, seit langem wieder einmal Zeit für sich selber zu haben. Zeit für die Frage: Wer bin ich überhaupt? Was habe ich alles für meine Karriere geopfert? Er entscheidet sich für einen Alkoholentzug und für die von der Frau längst gewünschte Paartherapie. Das waren die ersten Schritte seiner Veränderung. Therapeutische Maßnahmen müssen sich nicht auf Gespräche allein beschränken. Wir haben gute Erfahrungen mit künstlerischen Ansätzen gemacht. Der persönliche kreative Ausdruck der Patienten ist Teil der Psychotherapie in Affoltern. Wir boten Patienten und Patientinnen unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Herkunft an, zu schreiben, zu malen oder zu musizieren, um sich auch auf diese Art dem Geschehen zu nähern.

Wir Menschen gründen eben in zwei Welten: in einer materiellen und in einer seelisch-geistigen. Kranksein ist ein Teil des Lebens, kein vermeidbarer Defekt oder der Funktionsfehler einer Maschine. Es gilt, in der Medizin nicht länger allein Diagnosen und Symptomberichte als Krankengeschichten zu schreiben, sondern vielmehr auch Lebensgeschichten: Wie fügt sich eine Krankheit in das Leben eines Menschen ein? Welche Behandlung entspricht ihm in seinem einmaligen Umfeld? Es geht also immer um individuelle Lösungen, und zwar unabhängig davon, welche Disziplinen in eine Behandlung einbezogen sind.

Eine Heilkunst, die ihren Namen verdient, verbindet das Wissen der Naturwissenschaft mit dem Verstehen der Geisteswissenschaft in übergreifenden Behandlungen. Sie fördert und unterstützt zudem jeden einzelnen Menschen, sich seinem Schicksal schöpferisch zu stellen. Im Konzept unserer Menschenmedizin und kann keinen Zugang zu seiner Krankheit finden. Dieses Fremdheitsgefühl gegenüber der Zuckerkrankheit veranlasst den Chefarzt, ihm eine begleitende Psychotherapie vorzuschlagen. Und zwar während seines einwöchigen Aufenthalts im Spital, in das er wegen einer entgleisten Stoffwechsellage eingewiesen worden war.

Wir kreieren in Form eines erfundenen Theaters ein Stück mit dem Titel „Der Diabetiker“. Und zur Überraschung des Patienten wird Unsichtbares sichtbar: Es gibt ein lebensgeschichtlich begründetes, tief verankertes Verbot, abzunehmen. Denn als Schüler war er langer, heftiger Gewalt ausgesetzt und verschaffte sich Stärke durch eine enorme Gewichtszunahme. Abnehmen heißt für ihn, zutiefst schutzlos zu werden. Wie könnte sich seine diabetische Erkrankung bessern und kontrolliert bleiben ohne diese Erkenntnis seiner Lebensgeschichte? Wie könnte er sich gemeint fühlen, wenn immer nur von Blutzucker, Gewicht, Blutdruck, Cholesterin, Diät und Sport gesprochen wird?

Eine Medizin der Zukunft wird nur unter Einbezug aller menschlichen Aspekte von ihrer aktuellen Krise genesen können. Sie muss interdisziplinär sein. Heute leidet sie letztlich an einer fehlenden geistigen Orientierung. Der ökonomisierte Lösungsansatz selbst ist eines ihrer Hauptprobleme. Diese Entwicklung wird nie zu bezahlen sein, weil sie die Grundvoraussetzungen des menschlichen Lebens ausblendet und ihr Defizit durch einen falschen Aufwand zu füllen sucht. In einer solchen rückwärtsgewandten Medizin werden das eingangs angesprochene Unbehagen, der Bruch zwischen dem Erleben der Krankheit und ihre Behandlung und das Finanzierungsproblem nur Vorboten einer viel größeren Krise sein. Die Einsicht in diese Fehlentwicklung soll Anlass zum Umdenken werden.

  

Annina Hess-Cabalzar und Dr. Christian Hess

beschäftigen sich seit Jahren in Praxis und Theorie mit gesundheitlichen Fragen. Von ihnen ist das Buch „Menschenmedizin“ erschienen und der Tagungsband Martk Mensch Medizin mit Beiträgen von Medizinerinnen, Ökonomen, Journalistinnen und Philosophen. Beide Bücher sind im Handel erhältlich oder direkt und portofrei per E-Mail an buch-news@web.de

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