von: Public Eye | Zürich
17. Juni 2022
Kommentar

Pestizidvergiftungen in Yavatmal: Syngenta entzieht sich ohne Wiedergutmachung seiner Verantwortung

ie Mediation zwischen fünf Nichtregierungsorganisationen und Syngenta wegen mutmasslicher Pestizidvergiftungen in Indien ist gescheitert. Der Nationale Kontaktpunkt der Schweiz für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen hat die Mediation ergebnislos beendet. Der Schweizer Chemiekonzern weigerte sich, auch nur zu erörtern, ob sein Pestizid Polo die in der Beschwerde behaupteten Vergiftungen verursacht hatte. Es konnte keine Einigung erzielt werden – weder über die Wiedergutmachung des Schadens, den Dutzende von indischen Bauernfamilien erlitten, noch über Massnahmen zur Vermeidung künftiger Vergiftungen. Dies zeigt erneut, dass es verbindliche Regeln braucht, um Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern, bevor sie entstehen.

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Im Herbst 2017 erlitten im zentralindischen Bezirk Yavatmal Hunderte von Landwirten und Landarbeitern beim Besprühen von Baumwollfeldern mit Pestiziden schwere Vergiftungen. 23 von ihnen starben. Während Syngenta weiterhin jede Verantwortung für die Vorfälle abstreitet, zeigen offizielle polizeiliche Dokumente der örtlichen Behörden, dass 96 Vergiftungsfälle im Zusammenhang mit einem Syngenta-Insektizid mit dem Namen Polo protokolliert wurden. Zwei dieser Fälle endeten tödlich.Im September 2020 reichten die Maharashtra Association of Pesticide Poisoned weiterlesen...