von: Urs Heinz Aerni
18. September 2018
Kommentar

Als der Schlager noch Witz hatte

Samuel Zünd präsentiert auf seiner Tournee Schlager aus den Zeiten zwischen Weltkrise und Fröhlichkeit. Was ihn daran fasziniert und warum diese Kultur von Songs verloren gingen.

© Pressebild Samuel Zünd

Urs Heinz Aerni: Irgendwo las ich, dass Sie schon immer eine Schwäche hätten für "gehobene Unterhaltungsmusik" und Evergreens. Was haben diese Schlager, was der Pop, Rock oder der Jazz nicht haben? Samuel Zünd: Das besondere am Schlager aus den 20er und frühen 30er Jahren ist die Qualität der Texte; die Ironie und Zweideutigkeit, manchmal sogar das Politische. Das fehlt dem heutigen Schlager vollständig, da geht es nur noch um das rein Persönliche: Liebe, Treue, Sehnsucht. Damals war der Schlager eine Art von ironischer Auseinandersetzung mit der Alltagswelt, der Gesellschaft und weiterlesen...