von: H. S. Eglund
13. März 2021
Kommentar

Lyrik: Der ferne Hügel

Seit dem Amtseid von Joe Biden tobt in den Feuilletons ein Streit, ob Amanda Gormans Poem The Hill We Climb gute Lyrik ist, und wer es übersetzen darf. Ein grauer Tag brachte die Erkenntnis: Gute Lyrik schaut Dir über die Schulter wie ein Freund. Sie schmeckt hell – wie ein Schluck vom Elixier des Lichts.

© H.S. Eglund/Romeon

Spätwinterliche Tiefdruckgebiete sind ein Gräuel. Lange währte der Winter, war lange eisig und dunkel, und dazu die lange Ödnis des Lockdowns. Kurz keimte die Sonne, brachte helle, warme Tage. Und nun erneut der Absturz in die Finsternis. Früher, als es noch gedruckte Zeitungen gab, wühlte man sich an solchen Tagen durch die Feuilletons. Heute kriegt man die Newsletter von Volltext und Perlentaucher, komprimierte Listings der aktuellen Debatten. Doppelplusungut für weiße Übersetzer Ganz offenbar herrscht in den Hirnen der Redakteure gleichfalls tiefer Druck. Denn ersthaft wird weiterlesen...