von: H. S. Eglund
8. November 2020
Kommentar

Die ungemalten Bilder der Bärbel Bohley

30 Jahre deutsche Einheit: Staatstragend und offiziell ging es zu – in den Medien und den Festakten in Potsdam und Berlin. Von Freiheit war die Rede, von Chancengleichheit und statistischen Differenzen zwischen Ost und West. Worum ging es damals wirklich? Ein Besuch bei Bärbel Bohley in Berlin.

© HS Eglund

Still ist es, regnerisch und kühl, richtiger Novembermist. Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof unweit des früheren Tränenpalastes an der Friedrichstraße stehe ich an einem Findling, aufgerichtet für Bärbel Bohley, die hier seit 2010 liegt. Mehr als tausend Leute hatten damals den Trauergottesdienst in der Gethsemane-Kirche im Prenzlauer Berg besucht, ihre Beerdigung geriet zum medialen Ereignis. Im Herbst 2020 liegt ein Gebinde des Regierenden Bürgermeisters am Beet, angeschmuddelt durch den Regen. Keine weiteren Blumen, nichts. Efeu statt Lorbeeren? Wächst das Gras des weiterlesen...