von: Simon Banholzer, Schweizerische Energie-Stiftung SES, Zürich
22. Oktober 2020
Kommentar

Deals statt rasche Abschaltungen

Stilllegung AKW Fessenheim und AKW Mühleberg

In Frankreich und der Schweiz sind mit den AKW Fessenheim und Mühleberg jüngst gleich drei Reaktoren in den Ruhestand gegangen. Diese nehmen eine Vorreiterrolle für die Stilllegung weiterer Atomkraftwerke in ganz Europa ein. Wie man es macht, und wie besser nicht, zeigt die Analyse des ehemaligen höchsten Schweizer Strahlenschützers André Herrmann im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung SES.

© SES Pressebild von Esther Michel

Zu teure Nachrüstungen Für die Stilllegungsentscheide ausschlaggebend waren in beiden Ländern wirtschaftliche Gründe. Electricité de France (EDF) wusste bereits 2017, dass sie das AKW Fessenheim aus Kostengründen vom Netz nehmen muss. Trotzdem hat EDF die formelle Einreichung des Stilllegungsgesuchs auf 2019 verschoben. In dieser Zeit konnte EDF dem französischen Staat - notabene ihrem Mehrheitsaktionär - eine Entschädigung von über 400 Millionen Euro abringen, obwohl ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb kaum möglich gewesen wäre, wie aus der Analyse von André Herrmann weiterlesen...