von: Petra Lohrmann
24. Juni 2020

Petra Lohrmann las: „Fremdes Licht“ von Michael Stavaric

© Luchterhand Verlag


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„Ich lebte in einer Vergangenheit, die noch vor mir lag, die sich wie eine Talsohle vor mir öffnete, … während die Zukunft von einem abfiel, hinter einem zum Liegen kam, man ent-fernte sich mit einem jeden Schritt von ihr …“ Die Verkehrung der Zeiten – nach einer Zeitenwende nur konsequent – ist eines der Themen dieses Buches. Die Kälte ein anderes. Aus zwei Teilen besteht der Roman, der erste widmet sich der Zukunft, der zweite spielt im 19. Jahrhundert, jener Zeit also, als der Glaube an die Technik und den Fortschritt Urständ feierte. In den beiden Hauptpersonen verbinden sich diese Teile auf faszinierende Weise.

Heldin des ersten Teils -„Winterthur und das Ende der Welt“- ist Elaine Duval, geboren 2345, also irgendwann in ferner Zukunft. Sie leitet die Forschungsabteilung eines Schweizer Großkonzerns und hat dort eine Maschine entwickelt, die es ermöglicht, aus Genproben und Nährlösung neues Leben zu züchten. Diese Maschine, die für sie zu einer „Schwester“ wurde, ist an Bord eines Raumschiffes, das einige Überlebende zu einem fernen Planeten transportiert, nachdem die Erde aufgrund eines Meteoriteneinschlags unbewohnbar wurde. Das Raumschiff zerschellt bei der Landung – Elaine überlebt unverletzt. Sie ist damit (vermutlich) der letzte Mensch im Weltall, gelandet oder gestrandet auf einem Planeten, dessen vorherrschende Eigenschaft Kälte ist. Diese Kälte beschreibt Michael Stavaric ausführlich, mit immer eindringlicheren Worten – für mich wird sie im Verlauf der Geschichte zu einer Metapher der modernen Welt. Von Anfang an verbindet er die Zukunft, in der Elaine lebt, mit der realen Vergangenheit ihres Großvaters. Dieser Mann ist nicht nur ihre Richtschnur im Leben, ihr Begleiter und Ratgeber, derjenige, der sie stets ermunterte, Fragen zu stellen, neugierig zu sein, er ist die Stimme der „alten Welt“. Der Inuit lebte mit der Natur, empfand sich immer als Teil derselben, wie auch als Teil der menschlichen Gemeinschaft, ohne die ein Einzelner in dieser Kälte nicht überleben kann. Er brachte Elaine alles bei, was sie wissen musste, um mit den Lebensbedingungen im Eis zurecht zu kommen – nun, nach ihrem Absturz auf Winterthur, ist es das alte Wissen, das sich mit der modernen Technik verbinden muss, um sie nicht sterben zu lassen.

Teil II -„Grönland und die Weiße Stadt“– verbindet die Geschichte des norwegischen Polarforschers Fridtjof Nansen  mit dem Schicksal der jungen Inuit Uki, der er auf einer Reise nach Grönland begegnete. Weil sie ihn an seine Ehefrau Elaine erinnerte, gab er ihr diesen Namen. Uki-Elaine ist eine Vorfahrin Elaine Duvals. Eine mutige, wissbegierige Frau, die, elektrisiert von den Berichten der Forscher, zu ganz neuen Ufern aufbrach und zusammen mit Fridtjof bzw. dem Forschungsschiff nach Amerika fuhr. Ihr Traum: die Weltausstellung in Chicago zu besuchen, diese fand 1893 statt. Uki, sehr zufrieden mit ihrem neuen Namen, der ihr neues Leben repräsentiert, taucht ganz in die Glitzerwelt mit der Präsentation von Erfindungen wie dem elektrischen Stuhl oder der Geschirrspülmaschine ein. Nur knapp und mit viel Glück überlebt sie jedoch diese Begegnung mit der neuen Welt. In diesem zweiten Romanteil verknüpft Michael Stavaric die (fiktiven) Tagebuchaufzeichnungen des Forschers mit den in der Ich-Form notierten Erinnerungen Ukis und auf einer weiteren Ebene mit der Geschichte Elaines. „Für Uki musste es ich wie die Ankunft auf einem anderen Planeten anfühlen..“ schreibt er in sein Tagebuch.

Stavaric, der für jede Person einen eigenen Erzählton findet, legt viele Fäden aus, am Ende des Romans führt er sie zusammen. Was als Science Fiction beginnt, führt plötzlich in die Vergangenheit zurück – dazwischen schwingt die Gegenwart mit, nicht konkret genannt, aber stets mit gedacht. Elaine Duval ist eine direkte Nachfahrin Ukis, nicht nur genetisch, sondern in ihrer Lebenseinstellung und Erfahrung – nur um einige Wendungen weitergedreht. Sie verfügt über ganz andere technische Möglichkeiten, reist mit dem Raumschiff, hat eine Reproduktionsmaschine bei sich, doch ohne das aus der alten Welt stammende Wissen hätte sie keine Chance. „Vieles von dem, was mir Großvater erzählte, erscheint mir heute wie ein Märchen, ja es ist ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch daran erinnern kann, an all die Geschichten aus anderen Zeitaltern, aus längst vergangenen Welten. Ich überlege manchmal, wie viel Zeit wirklich vergangen ist, seit dem Tod des Großvaters, dem Ende der Welt, seit dem Kometeneinschlag und der Reise des Flugschiffes durchs All.“ Polarlichter, das elektrische Licht, das die Weltausstellung erstrahlen ließ, die Lichtbrechungen im Eis und andere mehr – das Licht ist ein zentrales Symbol für Natur und Technik. Es steht für Ewigkeit, für Neubeginn aber auch für den Untergang.

Über viele Zeitebenen hinweg und in einem großen Bogen hat Michael Stavaric einen stilistisch und inhaltlich enorm vielfältigen und beeindruckend guten Roman geschrieben. Mit jedem Kapitel öffnen sich neue Blickwinkel, ein einmaliges Lesen reicht nicht, um all die Aspekte zu erfassen, die dieser Roman benennt und die ihn konstruieren. Das spricht für ihn!

 

Das Buch: „Fremdes Licht“ von Michael Stavaric, Luchterhand Verlag, 978-3-630-87551-4

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