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von: H. S. Eglund
27. März 2021

Eine Burg in der Pampa

Die Gefilde südöstlich von Berlin sind schwer vom Kohleabbau und ehemaligen Schießplätzen gezeichnet. Bis zum Spreewald bei Lübben – und weiter darüber hinaus – ist das Land öde, flach und irgendwie grau. Doch manchmal glitzert ein Juwel im Sand, den die Eiszeit hinterließ. Ein Kleinod wie die Slawenburg von Raddusch.

© H.S. Eglund

Wenn man die Autobahn gen Dresden und danach bei Lübbenau Richtung Cottbus fährt, summt man unwillkürlich einen lokalen Ohrwurm, verfasst von Rainald Grebe: Es gibt Länder, wo was los is. Es gibt Länder, wo richtig was los ist, und es gibt Brandenburg, Brandenburg. Das Land ist endlos, flach und irgendwo an seinem Ende stoßen die Wolken gegen trockenes Gras. Der Boden ist karg und sandig, und überall sind die Spuren von intensiver Landwirtschaft und alten Tagebauen für die Braunkohle zu sehen. Der Barde singt: In Brandenburg, in Brandenburg ist wieder jemand gegen einen Baum weiterlesen...

von: Urs Heinz Aerni
26. März 2021

«Das musste ich verarbeiten»

Mit einem «real-surrealen» Roman mit Katzen als Hauptfiguren debütiert der Feuilletonist und Literaturvermittler Heiko Strech. Im Gespräch erläutert er die Hintergründe, sein Verhältnis zu diesen Tieren und anstehende Pläne.

© Urs Heinz Aerni - Heiko Strech in Zürich

  Urs Heinz Aerni: Das Setting Ihres Buches überrascht: Eine Zürcher Familie namens Frisch wird durch Katzen erweitert, die denken und sprechen. Es scheint Ihnen ein Anliegen zu sein, dass Katzen halt doch mehr sind, als wir es bisher erahnen. Wie kam es zu dieser Ausgangslage? Heiko Strech: Als ich einmal von einer schweren Auto-Immunkrankheit befallen war, setzte sich unser Kater Nico immer lange vor mein Bett, legte den Kopf schief und betrachtete mich sozusagen wie ein Arzt. Dann sprang er aufs Bett, leckte mich, schnüffelte mich wie mit einem Stethoskop ab und kuschelte. weiterlesen...

von: Urs Heinz Aerni
25. März 2021

„Neue Freunde“

Die Autorin Edith Nielsen Saad-Moor legt ihren neuen Roman vor, der von Menschen erzählt, die alle in einem Haus leben. Sie gibt Auskunft über die Story bis zum Verschwinden des Hauses und warum die Figuren neue Freunde wurden.

© Edith Nielsen Saad-Moor - pd

  Urs Heinz Aerni: Bei der Lektüre Ihres neuen Buches spürt man Ihre Lust am Erzählen aber auch die Kunst, nahe bei Figuren zu sein. Wie würden Sie für sich die Initialzündung für eine neues Buchprojekt beschreiben? Edith Nielsen Saad-Moor: Plötzlich steht in meinem Kopf eine unbekannte Figur da, und bald gesellen sich andere dazu, einfach aus dem Nichts heraus. Die kann ich dann einfach machen lassen und muss nur aufschreiben, was denen so in den Sinn kommt.  Das Hauptthema  - gewissermassen -  die Botschaft der Story mag mir schon lange im Kopf gelauert weiterlesen...

von: Urs Heinz Aerni
24. März 2021

Emotionale Intelligenz Wenn das Gefühl der nackten Logik die Stirn bietet

Gefühle werden auch heute noch in der Gesellschaft, in der Schule und in der Familie als konstruktives Mittel unterschätzt oder verkannt. Immer mehr stellt sich heraus, dass nicht der IQ das Mittel aller Mittel zum Erfolg ist, sondern die Kompetenz der Empathie, die Einsicht, dass «Gefühlsduselei» nicht falsch sein muss.

© Springer Verlag

Nennen wir ihn Michael, aufgewachsen im Schweizer Mittelland in den 1970er-Jahren. Er hatte seine grosse Mühe mit der Schule. Konzentrationsschwäche und Desinteresse an Fächern wie Mathematik und Algebra, Handwerk aber liebte er, ebenso schrieb er gerne Aufsätze, wollte mehr aus der Weltgeschichte erfahren, ging raus in die Natur und spielte Fussball fürs Leben gerne. Michael war engagiert in der kirchlichen Jugendgruppe, gesellig und stand gerne als Kabarettist im Schultheater auf der Bühne. Lehrpersonen und seine Mitschülerinnen und Mitschüler mochten ihn, doch so lange er weiterlesen...

von: Gallus Frei, Literaturvermittler und Herausgeber von Literaturblatt.ch
22. März 2021

„Mut ist deutungsoffen“

Lux musste weg. Musste ein altes Leben hinter sich lassen. Vielleicht neu beginnen, vielleicht eine Pause, vielleicht ein neues Paar Schienen, die Ordnung in einem aus den Fugen geratenen Leben bedeuten. Sie steigt aus und ein in New York auf einen Tripp gen Westen, der Sonne, dem Licht entgegen. Zumindest ist da ein kleines Fünkchen Hoffnung.
Gallus Frei im Gespräch mit Olivia Kuderewski zu ihrem ersten Roman "Lux"

© Lisa-Maria Keck

Zugegeben, wer sich an diesen Roman wagt, muss einiges einstecken. Olivia Kuderewski schrieb keine Unterhaltungsliteratur. „Lux“ ist wie das Leben der Protagonistin; ein dauerndes Hin-und-Her zwischen Rausch, Ernüchterung, Sehnsucht und Absturz. Olivia Kuderewski leuchtet mit grellem Licht in ein Leben, das taumelt, das die Spur verloren hat, das strauchelt und stolpert. „Lux“ ist ein Roman, der mich in ein Leben zieht, eine Umgebung, eine Welt, die trotz seiner Gegenwärtigkeit etwas Dystopisches birgt. Das, was wir an Sehnsuchtsbildern der USA mit uns herumtragen, das, was wir als weiterlesen...