• "Du gehörst dazu" von Veronika Hürlimann

  • "Wolfs Tochter"

  • Vom Fußballer zum Dichter

  • "Die Enthüllung" von Kerstin Chavent

  • Fernando Pessoa

  • "Civetta" von Elias Schneitter

  • Das Planetenrührwerk


von: Urs Heinz Aerni
20. Juli 2016

»Die Gesellschaft kann dieser Verantwortung nicht entfliehen«

Professor Dr. Michael Klein ist Begründer und Leiter des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP), das Präventions- und Unterstützungskonzepte für Kinder suchtkranker und psychisch kranker Eltern entwickelt und durchführt, und Autor zahlreicher Bücher und Forschungsbeiträge im Bereich Sucht, psychische Gesundheit und Familie. Ein Interview

© "Platzspitzbaby" ist nicht nur ein Bestseller, sondern löst Diskussionen aus über die sozialen Verhältnisse in unserer Gesellschaft

Herr Klein, in Deutschland leben Zehntausende von Kindern in Familien, in denen mindestens ein Elternteil harte Drogen konsumiert. Manche Experten der Suchtarbeit kritisieren, dass viele dieser Kinder immer noch weitgehend ohne Hilfe auskommen müssen. Stimmen Sie dieser Kritik zu? Michael Klein: Absolut. Leider ist bei der flächendeckenden Einführung der Heroinsubstitution in Deutschland in den Neunzigerjahren versäumt worden, familien- und kinderschutzbezogene Maßnahmen routinemäßig mit zu etablieren. Einzig die Jugendhilfe hat sich seit dem schlimmen, tödlichen Ereignis um den weiterlesen...

von: Eugen Grominger
17. Juli 2016

Buchtipp: Die Anatomie der Worte

Mit ihrer neuen Gedichtsammlung «Die Anatomie der Worte» bekennt sich Ingrid Isermann zur Konkreten Poesie in deren authentischster Form. Das bedeutet, dass es daneben noch eine zweite Form der Konkreten Poesie gibt, der jedoch statt der eindeutigen Zugehörigkeit die Rolle eines Zweiges zukommt, dem Mehrdeutigkeit zugeschrieben werden kann.

© Wolfsberg Verlag Zürich - Buchcover

In der Tat weist Ingrid Isermann bereits ein Werk auf, das in seiner Abweichung von systembildenden Buchstabenbildern, das heisst durch eine bestimmte syntaktische Semantik Bekanntheitsgrad besitzt, aber ebenfalls zur Konkreten Poesie zählen darf. Es scheinen die beiden unterschiedlichen Zugänge zur Poetik, Alphabetismus, Anagrammatik und «Anatomie» einerseits und Prosaverhaftung andererseits tatsächlich vereinbar in ein und demselben kreativen Ursprung. Visuelle Konkrete Poesie stellt sich heute, das heisst insbesondere seit den frühesten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts dar in weiterlesen...

von: Valerie Besl - SPRACHSALZ
15. Juli 2016

Eigenwilliges und Eigensinniges

Dem Eigenwilligen und Eigensinnigen wird bei den 14. Literaturtagen Sprachsalz in Hall in Tirol von 9. bis 11. September 2016 gleich mehrmals eine Bühne geboten, unter anderem bei Veranstaltungen mit John Cleese, Jón Gnarr und Uta Köbernick. In Kooperation mit den Klangspuren Schwaz lädt Sprachsalz zu einem Abend mit Marcel Beyer, Georg-Büchner-Preisträger 2016, und dem IEMA Ensemble Frankfurt. Das diesjährige Pressegespräch findet am 25. August im Parkhotel Hall statt.

© Parkhotel Hall in Tirol

Freuen kann man sich auf das wahrscheinlich bekannteste Mitglied der britischen Komikergruppe Monty Python: John Cleese wird beim großen Sprachsalz-Fest am Samstagabend ebenso zu Gast sein wie die Liedermacherin und aktuelle Salzburger Stier-Preisträgerin Uta Köbernick. Jón Gnarr, isländischer Komiker, Musiker, Schriftsteller und ehemaliger Punk-Bürgermeister von Reykjavík, wird bei Sprachsalz darüber sprechen „Warum die Politik mehr Dampfbäder und die Literatur braucht“. Rolf Lappert, preisgekrönter Schweizer Weltenbummler, liest aus seinem atmosphärischen Roman „Über weiterlesen...

von: Urs Heinz Aerni
14. Juli 2016

GI oder Gärtner?

Grauschnäpper ist weg, der Gärtner dafür umso mehr da

© Haupt Verlag

Seit etwa drei Jahren ist er weg. Der Grauschnäpper. Auch der Fichtenkreuzschnabel saß vor Jahren zum letzten Mal auf einer Tannenspitze. Das Verschwinden dieser Vögel im Quartier ist die Quittung für das sogenannte verdichtete Bauen, die Opferung von Bäumen zugunsten Ziersträucher und der Auslagerung der Gartenarbeiten an umsatzorientierte Unternehmen. Man erinnere sich an die Zeiten, in denen der Hauswart mit der Zigarre im Mundwinkel den Vorplatz wischte oder als der Hausbesitzer am Samstag da und dort die Ästchen abzwickte. Heute haben die Wohnungseigentümer für solche Arbeiten weiterlesen...

von: Urs Heinz Aerni
9. Juli 2016

REPORTAGEN bittet um Entschuldigung

Er hat es wieder geschafft, der Schweizer Journalist Tom Kummer; ein weiterer Skandal. Nachdem seine fiktiven Interviews mit Stars im Jahre 2000 aufgeflogen sind und sogar einen Dokumentationsfilm von Miklós Gimes auslöste, erhielt er wieder Schreibaufträge und trickste erneut mit Plagiaten.

© Filmplakat "Bad Boy Kummer" von Miklos Gimes http://kummer-film.ch

Wie macht er das, dieser Tom Kummer? Damals narrte er Medien wie "Tages-Anzeiger", "Süddeutsche Zeitung" oder die "Zeit" mit freierfundenen Interviews und getraut sich wieder als Journalist zu arbeiten. Damals nannte er seine Fantasietexte "Kunst", andere und wohl vor allem die Leserschaft "Betrug". Beim Besuch seiner - allerdings privaten - Facebook-Site kommt der Eindruck auf, dass ihm die Eigeninszenierung recht wichtig sein müsse. So bald die eigene Person und deren Darstellung in allen Farben und Posen im Vergleich mit anderen Menschen und Themen eine Dominanz einnimmt, müsste weiterlesen...