von: Zytglogge / uha
7. November 2016

Ein Dorf wird geflutet

Beat Hüppin erzählt auf der Grundlage von geschichtlichen Quellen und Zeugnissen die fiktive Geschichte der Bauernfamilie Dobler, deren Mitglieder ganz unterschiedlich auf die drohende Umsiedlung reagieren.

© Zytglogge Verlag

 

Das sagt der Verlag:

  • Das abgelegene Schwyzer Innerthal um 1920, Bauplatz der grössten Gewichtsstaumauer der Welt
  • Bauern aus dem Tal müssen ihre Heimwesen aufgeben
  • Historischer Roman, fiktive Geschichte der Großfamilie Dobler

Innerthal im Jahre 1917: Vater Dobler bringt eines Abends die Nachricht nach Hause, dass es mit der Mauer nun doch ernst werden soll. Die Staumauer, über die zwanzig Jahre lang diskutiert wurde und an deren Bau niemand mehr ernsthaft geglaubt hat, wird tatsächlich gebaut. Im beschaulichen, etwas abgelegenen Voralpental entsteht die damals grösste Gewichtsstaumauer der Welt. Die Kraftwerksgesellschaft baut eine 66 Meter hohe Wand in die Schräh, um danach das ganze Tal zu fluten. Für die Bauern im Talboden des Innerthals bedeutet das, dass sie ihre Heimwesen aufgeben müssen.
Beat Hüppin erzählt auf der Grundlage von geschichtlichen Quellen und Zeugnissen die fiktive Geschichte der Bauernfamilie Dobler, deren Mitglieder ganz unterschiedlich auf die drohende Umsiedlung reagieren. Hüppin verfolgt deren Geschicke bis über den Zweiten Weltkrieg hinaus. So ergibt sich ein vielschichtiges Bild einer Gesellschaft und einer Familie im Wandel, eine Geschichte über Heimat und Fremde und letztlich über Leben und Tod.

Meinungen:

«Gleichwohl gelingt ihm eine stilistisch schlichte, bewegende Hommage an eine untergegangene Welt. Ein Glossar der Mundartausdrücke erleichtert die Lektüre. Breit empfohlen.»
ekz.bibliotheksservice GmbH, Lutz Hillingmeier

«Eine der Stärken des Buches: die direkte, behäbige, von Helvetismen durchzogene Sprache.»
041 Das Kulturmagazin

«Es gibt Bücher, die man liest und ungerührt wieder zur Seite legt. Nichts bleibt haften: kein Bild, keine Figur, keine Szene. Dieser Fall wird nach der Lektüre des Romans «Talwasser» bestimmt nicht eintreffen. […] Die Tal- und Familiengeschichte basiert auf vorzüglichen Recherchen (stupend etwa in technikgeschichtlicher Hinsicht) und zehrt sprachlich auch von der Stärke der eingesetzten Mundart-Ausdrücke. […] Atemlos liest man, wird mit den anschaulichen gezeichneten Familienmitgliedern bekannt – herrlich die spottlustige Dobler-Tochter Agnes! – , nimmt an ihrem Lebenskampf teil, aber auch an ihren Freuden […]. Beat Hüppin hat diesem Tal, das kaum zuvor in der Literatur aufschien, ein eindrückliches Denkmal gesetzt. Wehmut und Zuversicht scheinen einander die Hand zu geben.»  Der Bund, Beatrice Eichmann-Leutenegger

«Eine neue Stimme ist am Autorenhimmel aufgegangen. Die Stimme heisst Beat Hüppin und hat im Zytglogge-Verlag das Buch «Talwasser» herausgegeben.»
March Anzeiger, Christina Teuber

«Man liest es mit Lust und mit Hunger auf das, was war. Ab und zu schlich es sich ein, dass Protagonisten zu viel erklärten und erzählten um den Lesenden zu informieren und so die Spannung jeweils etwas abfiel. Aber trotzdem wähnt man sich in der damaligen Zeit eines Dorfschicksals, das noch so man anderes in den Alpen ebenso erlebten. Bin gespannt auf das weitere Schreiben von Beat Hüppin.» Berglink Berlin, Urs Heinz Aerni

 

Das Buch: HÜPPIN BEAT „Talwasser“, Roman, Zytglogge, 2016, Geb., SU, 13 × 21 cm, 302 Seiten, ISBN 978-3-7296-0909-9