von: Urs Heinz Aerni
24. Juni 2022

Digital oder gedruckt?

Zweimal im Jahr versenden die Verlage Vorschauen, die die nächsten Novitäten ankündigen. Diese werden an Buchhandlungen und Kulturmedien verschickt. Immer mehr Verlage verlagern diesen Service ins Digitale per Mail oder auf Webseiten, die anderen bleiben beim gedruckten auf Papier. Wie kommt das an? Verlieren die Vorschauen ihre Wirkungskraft, wenn sie nur noch am Bildschirm zu lesen sind? Wir fragten ausgesuchte Buchhandlungen, Verlage und Medienschaffenden an. Hier die erhaltenen Antworten.

© Verlagsvorschauen

Stimmen aus dem Buchhandel

«Die Flut der Vorschauen, das viele Papier das schnell wieder weggeschmissen wird, ist schon enorm. Das gibt uns zu denken. Anderseits habe ich die Vorschauen in gedruckter Form schon sehr gerne, wie beim Buch ja auch, es ist haptisch, die verschiedenen Papiere, Druckarten, Farben, Gestaltungen… Ich gebe den gedruckten Vorschauen schon eindeutig mehr Aufmerksamkeit. Bei der Flut gehen die digitalen eher vergessen und werden nicht angeschaut.»

Eva Wischnitzky, Buchhandlung el liesyum, Thalwil CH

«Umwelttechnisch ist die digitale Vorschau die sinnvollere Variante. Leider bin ich noch die Generation Papier, so dass ich jedoch besser mit der gedruckten Form arbeiten kann. In Papierform habe ich eine bessere Übersicht, da ich alles schneller auf einen Blick einordnen kann und somit schneller arbeite.»

Angelika Stemp, Buchhandlung Buch7 Kulturbahnhof, Langweid am Lech D

«Wir bevorzugen ganz traditionell die gedruckten Vorschauen, da sie meines Erachtens viel übersichtlicher sind. Zudem ermöglichen sie uns eine raschere Auswahl der Novitäten.

Heinz Gérard, Buchhandlung Alter Ego, Luzern

«Wir bevorzugen die gedruckte Form, weil verschiedene Mitarbeiter bei der Durchsicht der Kataloge Ihre Wünsche kennzeichnen können.»

Team Buchhandlung Eggler, Feldkirch A

«Wir ziehen immer die gedruckte Version vor –Grund: Aufmerksamkeit. Und Ordnung.»

Matthias Staub, Buchhandlung Labyrinth, Basel

«Wir sind zu zweit in einer kleinen Sortimentsbuchhandlung und leider unterschiedlicher Meinung. Die Chefin liebt es nach wie vor haptisch und blättert gerne, während ich zunehmend genervt bin wegen des immensen Papierverbrauchs und wir neben den digitalen Vorschauen E-Mail-Werbung sehr wohl wahrnehmen und uns darüber austauschen. Meinetwegen könnten wir auf gedruckte und versendete Vorschauen, die nach kürzester Zeit alle in die Tonne wandern, verzichten und lieber wieder die Papierqualität bei den Endprodukten (Bücher…) verbessern. Zusätzlich nerven mich die teils verbindlich abzunehmenden kostenlosen Werbejournale der Branche. Falls Sie in ihrem Artikel Platz dafür haben, schreiben Sie doch auch ein paar Zeilen über Nachhaltigkeit und blinde Flecken…

Angela Korte, Buchhandlung und Antiquariat Vorwärts, Berlin

«Aus unserer Sicht arbeiten wir gern allgemein mit VLB Tix, da wir uns 2-3 mal im Jahr mit ca. 2 Meter Papier-Vorschauen (in jeder Filiale!) beschäftigen sollten. Dabei wird sehr viel nicht gebraucht und landet im Altpapier, ökologisch sehr bedenklich.
Es ist für kleinere Verlage wohl von Vorteil diese weiterhin als schriftliche Vorschauen oder besser noch als PDF zu versenden. Diese werden wie die Print-Vorschauen in den meisten Fällen von einer Gebietsbetreuerin angeschaut und beurteilt. Allerdings meistens nur von einer Mitarbeiterin, wie bei den Print-Vorschauen auch. Dass wir heute eine kleinere Vorschau durch mehrere Mitarbeiterhände und -Augen wandern lassen, ist aus Personal-Kostengründen unwahrscheinlich.
Einen Link auf eine Verlagsseite anzuklicken würden wir aus Sicherheitsgründen schon eher nicht wagen.

Martina Tonidandel, Schuler Bücher, Chur

„Ich bevorzuge die Verlagsvorschauen in gedruckter Form. Warum? Ich bin Buchhändlerin; Papier macht mich an.
Herzliche Grüsse und ein gutes neues Jahr.“

Franziska Srauss, Buchhandlung am Stadtbach, Bümpliz Bern

„Wir bevorzugen nach wie vor Buchvorschauen in gedruckter Form, weil sie einfacher zu bearbeiten sind und unter den Kolleginnen weitergereicht werden können. Zudem prägen sich Inhalte auf Papier leichter und länger ein als Informationen, die man in digitaler Form erhält.“

Sonja Kienzl, Buchhandlung Athesia, Meran Südtirol

„Dass die digitalen Verlagsvorschauen nicht dieselbe Aufmerksamkeit erhalten wie gedruckte mag zum Teil stimmen, allerdings kommt es sowohl bei den digitalen wie auch bei den gedruckten darauf an, ob der Inhalt auf Interesse stößt, auch gedruckte Vorschauen landen schnell im Altpapier, wenn nicht interessant und dafür ist der ganze Aufwand von Druck, Transport etc. ja dann doch sehr groß. Wir arbeiten noch viel mit den gedruckten Vorschauen, nutzen aber auch vlb-tix für B-Verlage und Vertreterinnen und Vertreter, die uns nicht besuchen.

Der Stapel Altpapier jedes halbe Jahr stimmt uns schon nachdenklich, nach der Reise werden die Vorschauen bei uns nie mehr konsultiert, da ist online viel wichtiger. Ich kann keine abschließende Antwort geben, finde aber der Trend zu digital angesichts der Ressourcenschonung schon gut und bin bereit, meine Abläufe umzustellen. Auch wenn ich das viele Arbeiten am Bildschirm nicht so mag…“

Maya Itin, Buchladen Rapunzel, Liestal CH

„Eine digitale Vorschau, die als PDF versendet wird, halte ich für unnütz, würde ich mir auch nicht anschauen.
Ich schaue mir die Vorschauen per VLB TIX an, das ist praktisch, ich habe alle Informationen und ich kann die Bestellung direkt an meinen Vertreter oder das Warenwirtschaftsystem weiterleiten. Leider haben viele Verlage VLB TIX noch nicht so gepflegt, wie es notwendig wäre. In TIX brauche ich unbedingt auch Informationen über DEKO, Aktionen etc. Das fehlt bei vielen Verlagen noch. Aber wenn ich das in TIX habe, brauche ich, streng genommen, auch kein Print Vorschau mehr. Immer vorausgesetzt, die TIX Vorschauen sind ordentlich gepflegt und mit Innenansichten etc. versehen.“

Katrin Schmidt, Buchhandlung LeseZeichen, Germering D

„Wir ziehen auf jeden Fall die Papierversion vor. Wir bündeln sie jeweils nach den VertrerInnen, alle können sie durchschauen und so sind wir gut auf die Besuche vorbereitet. Einen weiteren Vorteil sehnen wir in der „Heftform“ der gedruckten Vorschauen. Wir müssen nicht unzählige Mäppchen mit Einzelblättern herumreichen.“

Anna Zweifel, Buchhandlung Klio, Zürich

«Ich ziehe gedruckte Vorschauen definitiv vor. Neuerscheinungen bleiben mir so besser in Erinnerung, die Arbeit damit fällt mir deutlich leichter. Zudem arbeiten wir inzwischen eh schon zu viel am Bildschirm und dies in einer doch analog geprägten Branche. Tatsächlich beachte ich digitale Vorschauen kaum, was zum Nachteil der Verlage und der Autor*innen ist. Nach den Vertreter*innenbesuche gebe ich viele der Vorschauen zudem an Kund*innen (Bibliotheken, Schulen und Kitas) weiter, woraus immer auch Folgebestellungen resultieren. Klar könnte man argumentieren, dass digitale Vorschauen in Umweltbelangen einen Vorteil bilden, allerdings erachte ich die Vorschauen als Arbeitsmaterial, das jeweils mehrfach durch meine Hände geht und dabei verschiedentlich bearbeitet wird.»

Anna Christen, Buchhandlung Klamauk, Bern

„So mögen digitale Vorschauen auch ihre Vorteile haben, aber wir sind Buchhändler: unser Stoff ist nun mal Papier! Und Papier ist im Vergleich halt eben doch besser.“

Tanja Bhend, Yasemin Hutter, Anna Diener, Buch am Platz, Winterthur

«Ganz klar gedruckt. Und im Team sind alle unter 40ig. PDF oder VLB-Tix ist einfach nur mühsam, man kann sich deutlich weniger gut austauschen und im Team arbeiten und wir sind viel effizienter mit Papier. Auch Vertretergespräche sind viel umständlicher und ineffizienter ohne Papier. Außerdem sind Buchhändler:innen, wen wunderts, Papiermenschen, nicht Screen-Menschen. Wenn die Verlage sparen möchten, können sie die Vorschauen ja günstiger drucken, das müssen ja keine High-End-Printprodukte sein.
Und die elektronischen Vorschauen kosten ja auch etwas und verbrauchen auch Ressourcen.»

Laurin Jäggi, Librium Buchhandlung, Baden CH

„Gedruckt, weil das viel einfacher handhabbar ist und meine Augen froh sind, wenn sie nicht immer auf einen Bildschirm schauen müssen.“

Roland Steiner, Buchhandlung Analph, Zürich

«Gerne auch digital, wenn die Vorschauen leicht zu finden und zu öffnen sind und wie in Papierform aufbereitet sind. Und alle Informationen: Auslieferung, Vertreter, Backlist etc. gut aufbereitet sind. Und warum? Es spart Papier und muss nicht entsorgt werden, ich habe sie auf meinem Endgerät immer dabei und abrufbar.»

Cornelia Lenhardt, Buchhandlung Buchlandung am See, Überlingen D

«Unbedingt gedruckt. Genau wie Sie schreiben, können meine Kollegin und ich die Vorschauen so wechselhaft bearbeiten. Digital würde das kaum klappen. Hinzu kommt. Digital wird es gerade für eine kleine Buchhandlung, wie wir es sind, sehr unüberschaubar.»

Marcel Degiacomi, Buchhandlung Provini, Chur CH

«wir erhalten die Vorschauen nach wie vor lieber in geruckter Version. Digitale Vorschauen erhalten nicht dieselbe Aufmerksamkeit. Auch wenn es der Umwelt zuliebe natürlich besser wäre…. aber ich stelle auch immer wieder fest, dass ich mehr und gezielter bestelle, wenn ich eine gedruckte Vorschau in Händen habe. Es ist auch übersichtlicher.»

Anita Figo, Buchhandlung Das Buch, Dornbirn A

«Gerne gedruckt!»

Barbara Schnetzler-Jäggi, Buchhandlung Letra, Frick CH

«Ich bevorzuge immer noch die gedruckte Form der Kataloge. Um in Ruhe die Vorschauen durchzusehen entspricht es mir mehr, die durchzublättern, mir allenfalls Notizen darin machen zu können. Seiten mit Post-it markieren zu können. ebenfalls könne wir so im Team die Vorschauen durchgehen und jeder seine Kommentare und Vorschläge ergänzen, welche ich dann beim Vertretergespräch oder Bestellen berücksichtigen kann.
Einige für uns wichtige Kataloge behalten wir auch bis zur nächsten Ausgabe. Auch finden wir es weniger anstrengend und einfacher im Handling als digital auswählen zu müssen.
Uns allen liegt , wie unseren Kunden, das Gedruckte näher. Ich freue mich jeweils darauf, die Kataloge zuhause gemütlich auf dem Sofa mit einem Kaffee durchzugehen.
Zusätzlich, um sie auch wirklich ganz zu nutzen, verwerten wir sie abschließend um Karten oder Dekoartikel zu basteln, was auch Verkaufsfördernd sein kann.
Fazit: Wir kaufen hauptsächlich aus unseren gedruckten Vorschauen ein, da die digitalen in der Mailflut oft untergehen oder vergessen werden.»

Pia Thomann, Buchhandlung Bödeli, Interlaken CH

„Je nach Verlag: auf jeden Fall digital, am liebsten aber bei Tix. Es gibt einige wenige Verlage, wo ich Print hilfreich finde, aber am liebsten: Tix.“

Sophie von Lenthe , Buchhandlung Isartal, Schäftlarn D

„Ich habe – viel lieber – gedruckte Vorschauen, denn gedruckte Vorschauen kann ich mir im Bus, im Tram oder in der S-Bahn anschauen, digitale landen meist in meinem elektronischen Fächli und haben eine gute Chance viel zu spät oder nie mehr angeschaut zu werden, wenn es sich nicht um einen wirklichen wichtigen Verlag handelt. Außerdem erstelle ich – einmal im Monat – eine Liste mit ca. 90 Buchtiteln, die ich einer Bibliothek zum Anschaffung vorschlage. Die Liste verschicke ich zwar im Excel-Format, muss aber dazu „haptische Unterlagen“ (die Seiten aus den Vorschauen) liefern.“

Tommy Egger, Buchhandlung Im Volkshaus, Zürich

„Ich kann für unser Team klar für gedruckte Vorschauen votieren. Erfahrungsgemäß werden in der digitalen Form Titel übersehen und das lange Starren auf den Bildschirm macht enorm müde…“

Daniela Binder, Buchhandlung Obergass, Winterthur

«Wir sind definitiv auf der PRINT-Seite!»

Daniel Widmaier, Buchhandlung Homburger & Hepp, Konstanz

«Wir haben lieber die gedruckten Vorschauen, das ist tatsächlich so, dass am Bildschirm die Aufmerksamkeit kleiner ist. Auch kann man ein Buch nicht ‘aamächelig’ präsentieren, wenn man es nur online sieht…
Leider erhalten wir aber immer die Vorschauen von den Verlagen, wo ein Vertreter zu uns kommt, die würden wir aber gar nicht brauchen. Wir haben das schon mehrmals Vertretern gesagt, sie sollen das rückmelden. So werfen wir leider viele Vorschauen weg, weil wir sie nicht brauchen, da ein Vertreter zu uns kommt und ja welche dabei hat oder uns die Bücher selber ‘aamächelig’ vorstellt.»

Christa Pellicciotta, Buchhandlung Wortreich, Glarus CH

„Wir bei Orell Füssli arbeiten sowohl mit gedruckten als auch digitalen Vorschauen. Unsere Novitätenbestellrunden finden seit Sommer 2020 ausschließlich digital statt, das läuft komplett über VLB-TIX. Allerdings arbeiten wir zur Vor- und Nachbereitung gerne weiterhin mit den gedruckten Vorschauen. Ich sehe auch die Gefahr, insbesondere für kleinere Verlage, das die digitalen Vorschauen eher untergehen als die Printvorschau, die noch auf dem Pult liegt.
VLB-TIX hat schon auch seine Vorteile, Julia Knapp macht damit z.B. Veranstaltungsvorschläge für die Filialen. Wir im Einkauf erstellen daraus Highlightvorschauen etc.
Aktuell arbeiten wir also mit beiden Versionen und möchte auch auf keine der beiden verzichten…“

Andrea Uhlenbrock, Orell Füssli Thalia, Zürich

«In unserer Buchhandlung, gibt es kein Büro, wo man Ruhe hat, sich auf die Vertreterzeit vorzubereiten. Ich arbeite mit Vorschauen, da ich lieber in Papier blättere, das Digitale, mag ich ungern, wenn ich bei mir Zuhause bin.»

Rita Erler , Buchhandlung Riepenhausen, Hall in Tirol

«Wir sind weiterhin sehr gerne mit Papier unterwegs. Zwar ist das Recherchieren im VLBTix sehr praktisch und auch sonst greifen wir im Alltag gerne auf die PDF Dokumente der Vorschauen zurück. Aber schneller und effizienter arbeiten wir nach wie vor mit Papier – und lieber auch!»

Ruth Schildknecht, Buchhandlung Nievergelt, Zürich

«Digitale Vorschauen ist, wie in digitalen Büchern blättern. Da wir in unserem Sortiment noch echte Bücher verkaufen wäre es toll, wenn wir auch echte Verlagsvorschauen bekommen.»

Eduard Hirschi, Buchhandlung Spatz, Rapperswil CH

«Definitiv analog – bessere Lesbarkeit und Aufmerksamkeit ist größer.»

Bernhard Bastien, Buchhandlung Lerchenfeld, Wien

«Für uns ist klar: lieber gedruckt! Vor allem weil Buchhandlungen von der sinnlichen, physischen Präsenz (von Büchern und Menschen) leben und weil wir ohnehin schon zu viel Zeit mit elektronischen Gerätschaften verbringen. Und noch ein praktischer Grund: In gedruckten Vorschauen kann man schnell und leicht Kreuze und Kommentare anbringen.»

Michael Pfister, Buchhandlung Calligramme, Zürich

«Ich halte die gedruckten Vorschauen für einen ökologischen und ökonomischen Wahnsinn. Die meisten wandern ungelesen in den Abfall, diese Berge von Papiermüll zweimal im Jahr tun schon fast körperlich weh.»

Ulrike Osterhage, Buchhandlung Libretto, Frankfurt am Main

«Spannend – denn in unserer Filiale (und der Art wie wir arbeiten) ist es sehr schwierig mit den digitalen Vorschauen, weil jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter eigenverantwortlich bestellt. Dabei gibt es natürlich immer Überschneidungen. Am Ende ist es viel einfacher für uns den Überblick zu behalten, wenn alle in die Papiervorschauen reinschreiben können, als wenn alle ‘nur’ die digitalen Vorschauen bearbeiten.
Es passiert viel schneller, dass Titel nicht bestellt werden, die wichtig wären, nur weil die genaue Zugehörigkeit nicht klar war. In Papier fällt das auf, spätestens bei der abschliessenden Durchsicht. Außerdem sind wir z.B. mit VLB-Tix nicht glücklich, weil wir trotzdem in unser Bestellsystem wechseln müssen um alle nötigen Informationen abzugleichen, Statistiken abzufragen etc. Aber wir benötigen die Vorschauen bestimmt nicht mehrfach – sonst entfällt der Vorteil des Reinschreibens ja wieder… Leider entsteht so immer noch sehr viel unnötiger Abfall.»

Yvette Aeschlimann, Buchhaus Lüthy + Stocker Sihl-City, Zürich

«Es ist in der Tat so, dass wir nur mit der gedruckten Form arbeiten. In der täglichen Mailflut geht alles weitere einfach unter. Das ist gar nicht zu bewältigen.»

Katharina Alder, Buchhandlung Klappentext, Weinfelden CH

Stimmen aus Verlagen

„Eine gedruckte Vorschau, in der man blättert, sich inspirieren lässt, ist die Visitenkarte unseres Verlags. Vor allem: Autor:innen werden sichtbar, wieder erkennbar. Und wenn das Papier sorgfältig ausgesucht wird, dann ist die Haptik nicht zu unterschätzen. Und nicht zuletzt: Mit einem feinen Kaffee, einem aromatischen Tee, ist Vorschaulesen ein großes Vergnügen. Ich freue mich jeweils auf die Vorschauen von Verlagen, nehme mir Zeit dafür, kreuze Titel an, die ich unbedingt lesen will und denke manchmal ganz leise, das Buch hätte auch gut zu uns gepasst…“

Anne Rüffer, Verlag Rüffer & Rub, Zürich

«Wir verschicken unsere Vorschau nach wie vor gedruckt und haben die digitale Vorschau als Addendum im Angebot. Die BuchhändlerInnen, die ebersbach & simon im Programm haben, sind mit der gedruckten Vorschau unseres Wissens sehr zufrieden und haben bisher nicht den Wunsch nach mehr digitaler Versendung geäußert.»

Janina Reichmann, Verlag Ebersbach & Simon, Berlin

„Wir verschicken immer noch viel mehr gedruckte, als elektronische Vorschauen.
Aber die Buchhandlungen, die mit vlb-Tix arbeiten, nehmen den Inhalt sehr wohl wahr und arbeiten aktiv mit der elektronischen Vorschau. Dass es noch nicht mehr Teilnehmer bei vlb-Tix sind, liegt nicht primär an der Form der Vorschau, sondern vielmehr an den immer noch vorhandenen technischen Beschränkungen und Performance-Problemen bei vlb-Tix. Aber wir sind zuversichtlich, dass das System bis zum Ende des Jahres 2022 stabil laufen wird und dass sich dann auch die elektronische Vorschau nach und nach durchsetzen wird.
An Redaktionen und Journalistinnen und Journalisten verschicken wir die Vorschau sowohl digital als auch gedruckt, ganz wie gewünscht, und beides mit sehr guter Resonanz. Immer mehr Medienschaffende entscheiden sich auch ganz bewusst für die digitale Vorschau, um die Umwelt zu schonen oder weil sie vermehrt im Home Office arbeiten.“

Ruth Geiger, Diogenes Verlag, Zürich

«Wir drucken nach wie vor Print Vorschauen in unveränderter Höhe, die an Presse und den Buchhandel verteilt werden. Wir versenden die digitalen Vorschauen zu einem frühen Zeitpunkt, ein paar Tage nach Drucklegung. Wir stellen die Vorschauen auf vlb tix ein und versenden über diese Plattform. Wir erstellen ein Spitzentitelderivat (Print und digital) und versenden dieses zielorientiert elektronisch und per Post an einen Buchhandelsverteiler.

Die Printvorschauen werden 2x jährlich Anfang/Mitte Mai und Dezember verschickt. Die Verteiler Print und digital überschneiden sich.
Fast alle Presse Empfänger der Print Vorschauen erhalten und wünschen auch die frühzeitige digitale Info zum Novitätenprogramm. Der Presse Verteiler für die digitale Vorschau umfasst ca. 4x mehr Empfänger als der Print-Verteiler. Gedruckte Vorschauen sind und bleiben für Presse/Vertrieb eines zu 80% wissenschaftlich basierten Programms relevant, da effektiver und langlebiger als der digitale Versand bzw. die digitale Vorschau. Wir verzeichnen kaum Stornierungen bzw. Umstellungen von Print auf digital. U.a. aus ökologischen Gründen den Verteiler weiter anzupassen und um Adressen für den digitalen Versand zu erweitern bleibt unser Ziel. Ein Teil der Printvorschauen geht an unsere große Anzahl Autorinnen und Autoren und Herausgeberschaften, die unseren Verlag und den Buchhandel unterstützen. Unsere Autorinnen und Autoren favorisieren fast ausschließlich Print.»

Claudia Hillebrand, Wallstein Verlag, Göttingen

«Wir haben während der letzten beiden Jahren den Presseversand unserer Vorschauen in Deutschland und Österreich digital gemacht – und praktisch keine Rezensionsanfragen bekommen. Bei der aktuellen Vorschau haben wir uns nun wieder für den Wechsel auf den Postversand entschieden – und bereits Reaktionen bekommen.

Judith Kaufmann, Edition Bücherlese, Luzern

«Wir versenden unsere Vorschau tatsächlich auch auf diesen drei Wegen: als «richtige» Vorschau, als PDF und eben auch über VLB Tix – Vorschau. Insbesondere letztere kann so viel nicht (zum Beispiel Emotionen wecken), dass nach wie vor ein sehr, sehr großer Teil unserer Kunden und Ansprechpartner gern das gedruckte Exemplar der Vorschau in Händen halten. Meine Kolleginnen aus der Presse versenden zusätzlich auch Infos digital, insbesondere an die Kontakte, die auf gedruckte Vorschauen verzichten möchten. Beide Formate werden hier gleichermaßen gut angenommen.»

Ulle Bourceau, Verlag Kein & Aber, Zürich

„Jo Lendle hat mich gebeten, Ihnen rasch zu antworten. Die Hanser Literaturverlage versenden die Vorschauen nach wie vor gedruckt, aber auch digital.
Filial-Betriebe mit zentralem Einkauf bevorzugen und erhalten unsere Vorschauen digital. Der klassische Independent-Buchhandel bekommt i.d.R. die schön geduckten Vorschauen. Diese Zweigleisigkeit hat sich seit Jahren gut bewährt. Die Presse verschickt gedruckte Vorschauen nur noch sehr reduziert, vor allem in die Redaktionen. Die Mehrzahl unserer Medienkontakte erhält die Vorschauen digital – was Pandemie- und Homeoffice-bedingt verstärkt gewünscht wird. Zusätzlich wird zu jeder Auslieferung, zu Lesereisen und Veranstaltungen digital engmaschig informiert. Dies alles ersetzt aber nicht die persönliche Ansprache auf allen Kanälen.“

Christina Knecht, Jo Lendle, Carl Hanser Verlag, München

„Wir Verleger nehmen uns selbst den Wind aus den Segeln, indem wir digitale Vorschauen versenden.
Das kann es nicht sein. Der Bucher Verlag wird weiterhin eine hochwertige Vorschau in gedruckter Ausgabe herausgeben – das sind wir dem Buchhandel und den Leserinnen und Lesern schuldig. Die Aufmerksamkeit ist grösser, wenn eine schöne Verlagsbroschüre auf dem Schreibtisch liegt bzw. im Buchhandel ein Stapel Vorschauen zum Mitnehmen vorhanden ist.“

Günter Bucher, Bucher Verlag, Hohenems A

«Ich schätze die digitale Variante – denn Papiervorschauen landen bei mir schneller im Altpapier»

Rosmarie Bernasconi, Buchhandlung und Verlag EinfachLesen, Bern

«Wie die Vorschauen ankommen und ob sie überhaupt beachtet werden, ob digital verschickt oder per Post, ist generell schwierig zu beurteilen, bei einem kleinen Verlag wie Ink Press noch viel mehr. Es kommen nicht groß Rückmeldungen zurück.
Auch glaube ich, dass in der heutigen Zeit das Bewusstsein, was es braucht, eine Vorschau zu ‘machen’, verloren gegangen ist. Dieser Service ist eine Selbstverständlichkeit geworden, für alle, die Vorschauen von Buchverlagen konsultieren. Die Wertschätzung fehlt aus meiner Sicht. Die Presse im Bereich der Literatur ist an Titeln interessiert, die bereits durchgesetzt sind, alle anderen Bücher sind sehr schwierig in der Presse zu platzieren, Vorschau hin oder her. Die Öffentlichkeit spitzt sich auf immer weniger Buchtitel zu.
Da muss man als kleiner Verlag andere Wege gehen.»

Susanne Schenzle, Ink Press, Zürich

«Das Thema wird ja seit Jahren kontroversiell diskutiert. Vertreter sagen dass zum Beispiel. vlb-tix (zumindest in Österreich) noch nicht wirklich im Buchhandel angekommen ist. wir bieten seit einigen Jahren die Vorschau als PDF zum Download. Dies ist recht praktisch weil wir uns Blindversand der gedruckten Vorschau sparen und diese nur noch gezielt an Besuchskunden der Vertreter schicken. das PDF wurde im vergangenen Jahr rund 100x runtergeladen – klingt jetzt nicht viel, aber es ist davon auszugehen dass dies qualifizierte Aufrufe waren. Weiters macht es keinen Mehraufwand dass Druck-PDF niederzuspeichern und hochzuladen. Ich denke dass die Zukunft nur noch digitale Vorschauen bringen wird. Grund: immer weniger Buchhandlungen nehmen sich überhaupt noch die Zeit für Vertreterbesuche (großer Vorreiter war da Thalia) und vielleicht werden sich Zoom-meetings und gemeinsames Blättern in der digitalen Vorschau durchsetzen – wer weiß.»

Achim Zechner, Heyn Verlag und Edition Meerauge, Klagenfurt

«Ich merke keinen (großen) Unterschied. Zudem, wir verschicken die Vorschau digital nicht im großen Umfang, vielmehr stellen wir sie auf mehreren Homepages rein, auch auf der unseren kann man sie runterladen. Ich finde es nach wie vor besser etwas physisch in Händen zu halten.»

Heinz Scheidegger, Edition 8, Zürich

„Ich habe das Gefühl, dass es auch da sehr unterschiedliche Haltungen gibt. Ich weiß von einigen Buchhandlungen, dass sie nur noch über VLB-Tix bestellen. Andere lieben es in den haptisch schönen Vorschauen zu schmökern und neue Titel zu entdecken. So ein Thema ist schwer zu pauschalisieren. Man muss sich als Verlag überlegen, wie man den Bedürfnissen beider Gruppen gerecht wird. Beide haben Ihre Argumente für Ihre Haltung. Und beide sind absolut nachvollziehbar. Die schwindende Aufmerksamkeit für die Neuerscheinung scheint meiner Meinung nach grundsätzlich ein Symptom der allgemeinen Informationsflut zu sein und müsste unter einem ganz anderen Thementitel besprochen werden. Vielleicht müsste der Artikel dann heißen: Wieso Informationsflut den Kommunikationsfluss nicht ersetzen kann. (Oder so ähnlich.:-)) Aber wie gesagt: Das ist ein anderes Thema.“

Annette Beger, Kommode Verlag, Zürich

„Eine interessante Frage! Elsinor hat bis vor zwei Jahren nur Print-Vorschauen verschickt, inzwischen nutzen wir beide Wege – also Print (an den Buchhandel und an Medien) und PDFs (an einen Medienverteiler, der noch etwas größer ist als der Printverteiler).
Worauf sich Rückmeldungen beziehen, ist deshalb schwer zu sagen. Einen markanten Unterschied gibt es m.E. seit Beginn der Corona-Pandemie: Vorher trafen relativ kurz nach dem Versand der Print-Vorschauen Vormerkungen von Rezensionsexemplaren ein, teils per Mail, teils als Fax (auf dem mit der Vorschau versandten Formular). Die Anzahl der Rückmeldungen ist seit dem Frühjahr 2020 deutlich zurückgegangen; eine gute Erklärung habe ich nicht – möglicherweise werden die Print-Vorschauen erheblich weniger wahrgenommen, wenn im Homeoffice gearbeitet wird – und die digitalen Vorschauen mögen als Spam herausgefiltert oder angesichts einer Mailflut einfach unbesehen gelöscht werden.“

Thomas Pago, Elsinor Verlag, Coesfeld D

«Tyrolia bevorzugt digitale Vorschauen und arbeitet mittlerweile vermehrt mit VLB-TIX, was viele Vorteile hat und auch eine Vorschau-Bearbeitung mehrerer Mitarbeiter:innen ermöglicht. Print- Vorschauen sind in der Bearbeitung sehr zeitintensiv für uns, da wir sie oft in mehrfacher Ausführung erhalten, sie gesichtet und sortiert werden müssen. Dabei landen auch viele sofort im Papiermüll, was wiederum überhaupt nicht umweltbewusst ist. Digitale Vorschauen erleichtern uns das tägliche Arbeiten. Als Branche müssen wir uns wohl erst an die digitalen Vorschauen gewöhnen – unserer Ansicht nach lohnt es sich jedoch sehr, sich damit auseinanderzusetzen.»

Stephan Bair, Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck

„Das ist eine interessante Umfrage, denn zu diesem Thema haben wir uns verlagsintern auch schon einige Gedanken gemacht.
Ich vertrete den Standpunkt, dass gedruckte Vorschauen immer noch das wirksamste Mittel sind, unser Verlagsprogramm gezielter, übersichtlicher und mit einer größeren Streuung zu präsentieren. Dies mag sich im Laufe der nächsten Jahre jedoch ändern, wenn eine jüngere und vor allem digitalaffiniere Generation von Buchhändler*innen und Journalistin*innen mit dem Argument der Ressourcenverschwendung immer mehr Abstand von gedruckten Vorschauen nimmt bzw. noch vertrauter mit digitalen Präsentationen umgehen. Wie Sie aber auch schreiben, werden digitale Vorschauen auch viel gelöscht oder nicht wahrgenommen. Dies hat natürlich mit der Flut von Mails, von denen viele Newsletter und Anzeigen sind, zu tun. Zumindest der Buchhandel aber auch die Presse signalisiert uns weiterhin, dass sie bis auf ein paar Ausnahmen immer noch die gedruckte Vorschau wünschen. Dies hat möglicherweise mit der Ausrichtung unseres Programms zu tun, welches hauptsächlich illustrierte Bücher und besonders gestaltete Spiele beinhaltet.

Wir haben natürlich auch eine digitale Vorschau in petto und schicken diese auf Anfrage an unsere Kunden und die Presse. Wir überlegen uns aber, unsere zukünftige Vorschau schlanker zu gestalten (zurzeit 88 Seiten), um Papier und Versandkosten einzusparen.“

Max Erbe, Laurence King Verlag, Berlin

Stimmen aus der Presse und Eventszene

«Ich persönlich würde digital vorziehen. In meinem Heimbüro gibts nur einen Mitarbeiter, das heißt, der Ressourcenaufwand für mein bisschen Aufmerksamkeit ist beim Gedruckten relativ hoch. Außerdem kann ich Mails in einem Ordner aufbewahren und jederzeit darauf zurückgreifen, während Papier früher oder später ausgemistet werden muss.»

Florian Bissig, Literaturkritiker und Kulturjournalist, Affoltern am Albis CH

«Vorschauen bitte unbedingt in gedruckter Form!»

Barbara Renno, Redaktion Kultur aktuell, Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken

„Bei mir ist es so, dass ich die Verlagsvorschauen immer noch gerne in gedruckter Form anschaue. So lese ich die Vorschautexte genauer, nehme mir einfach ein bisschen mehr Zeit. Welche Bücher ich dann bestelle und rezensiere, ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig.
Aber natürlich ist es so, dass E-Mails schneller untergehen oder gelöscht werden. In einer hektischen Redaktionswoche ist es mir unmöglich, alle Mails anzuschauen. Und dass ich im Nachhinein die Mails nach Vorschauen durchforste, kommt nicht immer vor; je nach Kapazität. Natürlich suche ich Vorschauen manchmal auch gezielt online, das tue ich dann aber nur bei den «wichtigen» großen Verlagen, auf die ich von selber komme, und nicht bei den kleinen Verlagen.“

Martina Läubli, Redakteurin «Bücher am Sonntag» der NZZ am Sonntag Zürich

„Dies ist tatsächlich ein vieldiskutiertes Thema ist, auch bei uns in der Redaktion.
Ich bevorzuge in jedem Falle die gedruckten Vorschauen, da ich tagsüber ohnehin schon andauernd in den PC starre und mir sonst allein das Umblättern, das Vor- und Zurückblättern, das Eselsohren machen und das die Vorschau in der Hand Wiegen fehlte. Die Vorschauen lege ich auf einen Stapel, der regelmäßig umzufallen droht – das ist mir dennoch lieber, als ich speichere die digitalen, die ansonsten, wie Sie richtig schreiben, schlichtweg untergehen.“

Katia Schwingshandl, Redaktion Magazin Buchkultur, Wien

„Gedruckt. Weil ich sie gerne durchblättere und lese. Die digitalen Vorschauen speichere ich ‘für später’ ab und vergesse sie dann oft, weil ich mitten in der Arbeit bin, die gedruckten Vorschauen blättere und lese ich gemütlich in meiner Hängematte wenn die Computerarbeit erledigt ist.“

Wolfgang Kühn, Redaktion Das Ultimative Magazin DUM, Zöbing A

«Mir sind die digitalen Vorschauen eindeutig lieber. Bei den gedruckten denke ich immer, so viel Papier …
Und sollte ich mal aus Versehen etwas löschen, ist es ja schnell und einfach wieder zu beschaffen.»

Petra Lohrmann, Literaturkritikerin, Bissingen D

«Für mich die Vorschauen gerne weiterhin gedruckt. Altmodisch, wie ich bin, schaue ich genauer hin, wenn ich etwas in der Hand habe und real blättern kann.»

Katrin Eckert, Literaturhaus Basel

«Ich erhalte die Vorschauen tatsächlich gerne in Papierform. Ich habe dann einen großen Stapel, schaue sie bei passender Gelegenheit sorgfältig durch, kann ad hoc vergleichen und schenke den Novitäten eine grössere Aufmerksamkeit. Erhalte ich die Vorschauen online, schaue ich sie mir ‘später’ oder eben gar nicht an. «

Martina Kuoni, Literaturvermittlerin Literaturspur, Basel

„Verlagsvorschauen sollen gedruckt vorliegen, analog zum Buch, in dem man blättern kann, jederzeit zur Hand. Mails sind flüchtig und gehen in der Flut der anderen Mails unter. Außerdem sollte der Reiz des Taktilen nicht vergessen werden – mehrkanalige Sinneseindrücke bleiben besser haften als lediglich die Wahrnehmung durch Auge oder Ohr.“

Heiko Strech, Kulturjournalist und Autor, Zürich

„Das meiste, was per E-Mail kommt landet ungelesen – bestenfalls kurz zur Kenntnis genommen – im Papierkorb. Ich hätte gern die Vorschauen als gedruckte Version.“

Michael Berwanger, Redaktionsleiter, LiteraturSeiten München, Dachau

„Wir beim Sprachsalz Kuratorium sind ein Team von fümf KuratorInnen an verschiedenen Orten. (Wien, Innsbruck, Essling D, Zürich): Es ist für uns wichtig, die Vorschauen digital zu bekommen, was ja heute eh selbstverständlich ist. Die Papierversion ist aber auch schön, man liest darin natürlich lieber. Ich persönlich schätze es außerdem, wenn Verlage von Zeit zu Zeit fragen, ob und was man noch haben möchte. Und wenn die papierigen Vorschauen nicht all zu dick sind. Gut und schön und schlank gemacht.“

Magdalena Kauz, Kuratorium Internationale Literaturtage Hall in Tirol

«Ich bin gespalten, unentschieden! Der Umweltbewusste meint digital – und der ist mit Sicherheit ernster zu nehmen.»

Gallus Frei-Tomic, Literaturvermittler und Leiter Literaturhaus Thurgau, Gottlieben CH

«Mir ist digital lieber. Da habe ich die Sachen immer bei mir und brauch nicht einen Laufmeter Papier pro Saison organisieren.»

Thomas Keul, Herausgeber und Redakteur Volltext Magazin, Wien

«Das Buch will ich in Händen halten… Seine Ankündigung, die empfange ich gerne digital.»

Manuela Hofstätter, Literaturbloggerin, Einigen CH

«Gerne weiterhin im Print, wenn’s nach mir ginge. Kostet zwar, aber ist unbezahlbar… leser:innenfreundlich und übersichtlich.»

Peter Surber, Kulturmagazin Saiten, St. Gallen

«Ganz klar: auf keinen Fall digitale Vorschauen! An meinem Computer sitze ich, um zu arbeiten. Um zu schreiben, um Mails abzuarbeiten. Die Vorschauen sind eine Freude, in denen ich blättern, lesen und anstreichen möchte. Und dann bestelle ich, was mir sinnvoll für meine Arbeit erscheint. Das kann und will ich am Computer nicht machen. Verlage, die mir die Vorschauen nur digital schicken, werden von mir nicht mehr beachtet. Das klingt altmodisch, aber irgendwie ist Schönheit und Gewohnheit in dieser Welt auch ein Wert.»

Elke Heidenreich, Literaturkritikerin, Köln

«Gedruckte Verlagsvorschauen sind natürlich etwas bequemer. Aber ich habe mich inzwischen auch an die digitalen gewöhnt und beachte sie wohl nicht schlechter.Entscheidend ist, dass man die vielen Mails, die solche Vorschauen enthalten, gesammelt ablegt, da man diese wohl eher en bloc lesen will. Ähnlich wie bei den gedruckten.»

Arno Renggli, Kulturredakteur, Luzerner Zeitung und CH Media Aarau

„Unbedingt gedruckt. eine digitale Verlagsvorschau überfliege ich kurz und drücke (wenn ich sie überhaupt runterlade) umgehend den Deleteknopf. Nur bei einer gedruckten Fassung lassen sich interessante Bücher auch für eine spätere Besprechung bereit legen. Mich erinnert dieses digitale Kostensparen an die Fluggesellschaften, die möglichst konsequent alle Tätigkeiten an ihre Kunden delegieren und am Schluss höchstens noch einen Sitzplatz zur Verfügung stellen und dabei staunen, dass sie immer mehr renitentere Gäste haben, die sich über die Inexistenz eines Service- Bewusstseins beklagen.“

Kurt Aeschbacher, Herausgeber Magazin 50plus Zug CH

«Auf jeden Fall Hardcopy. Da hat man eine viel bessere Übersicht, das Lesen – auch das spurenhafte Lesen – ist einfacher. In der Flut von Werbe-Emails gehen viele Zuschriften schon wegen der Menge verloren, aber auch wegen des Timings: wenn man gerade unter Druck steht, verschiebt man das Öffnen von undurchdringlich erscheinenden Mails gern auf später und vergisst es dann.«

Hanspeter Küenzli, Kulturjournalist, London und Zürich

«Gedruckt und digital, weil: Generationsbedingt bin ich „gedruckt“ aufnahmefähiger und besser in der Ablage sortiert. Empfange dennoch per Mail gern erste Impulse. Sie werden durch die gedruckte Vorschau quasi ‚wiederbelebt‘. Ideal für uns VeranstalterInnen aus meiner Sicht wäre folgende Kombination: Vorschau gedruckt per Post Einzelhinweise auf Veranstaltungs-relevante Titel „maßgeschneidert“ per Mail Persönliche Kontaktaufnahme / Empfehlungen + Treffen zur Messe»

Anya Schutzbach, Literaturhaus Wyborada, St. Gallen