von: Urs Heinz Aerni
14. Mai 2017
Kommentar

Buchtipp: Eisflüstern

"Nach langer Zeit nahm ich dieses Buch wieder in die Hände und bin erneut entzückt über die Erzählweise, die Kunst der Figurenzeichnung und die Gestaltung von Situationen und Szenen von Bettina Balàka. "Eisflüstern" gehört weiterhin in die Top Ten meiner persönlichen Bibliothek!" Urs Heinz Aerni
Buchcoover Droschl

© Buchcoover Droschl

Um das geht es in diesem Roman:

Wien 1922. Balthasar Beck kehrt entkräftet, aber – wenigstens körperlich – unverletzt ins heimatliche Wien zurück und sucht nach tagelangem Zögern endlich seine Familie auf. Er wird von grauenvollen Erinnerungen an die Gefangenschaft, die Gemetzel und die Gräuel des Krieges heimgesucht und hat Mühe, in sein altes Leben zurückzufinden. An seinem alten Arbeitsplatz bei der Kriminalpolizei sieht er sich mit rätselhaften, bestialischen Mordfällen konfrontiert, die mit den gerade vergangenen Jahren in Sibirien verknüpft zu sein scheinen.

In ihrem Roman erweckt Bettina Balàka bis ins Vokabular hinein den entbehrungsreichen Nachkriegsalltag zum Leben. Nüchtern, minutiös, mit fast ironischem Unterton schildert sie die tragischen und grässlichen Ereignisse des Krieges. Eisflüstern besticht durch die Intensität und Genauigkeit der historischen Details: einerseits das Wien der frühen 20er-Jahre, wo die gerade abgeschaffte Monarchie noch ebenso in den Köpfen spukt wie ein sich langsam radikalisierender Antisemitismus, andererseits die Welt der Lager weit im Osten, die Gefechte und Schlachten in den russischen Steppen, Krankheit, Hunger und Elend, das alles vereint sich in Balàkas distanzierter Betrachtung zu einem enorm kunstvollen Gesellschaftspanorama.

Fundierte Detailrecherchen machen aus der ohnehin schon spannenden Geschichte eine äußerst lesenswerte Studie über den Beginn der modernen Gesellschaften im frühen 20. Jahrhundert. Die ungelösten Probleme – und moralischen Fehlentscheidungen – der Vergangenheit werden zu Störfällen des zivilen Alltagslebens. Nicht nur für die Wiener Kriminalpolizei …

Stimmen aus der Presse:

»Bettina Balàka legt ein erstaunliches Buch vor: ein Epos über das verarmte Wien der frühen Zwanzigerjahre, gerkleidet in einen Kriminalfall, dessen Auflösung bis zum Schluss für Spannung sorgt.« (Erwin Riess, Die Presse)

»Ein unvergessliches Buch.« (Katrin Schuster, Stuttgarter Zeitung)

»Eine sinnlich-dichte Atmosphäre, in der wir gebannt verharren, bis zur letzten Seite. Und das liegt nicht nur an den aufzuklärenden Morden, sondern auch am Alltag in Wien 1922.« (Ulrike Sárkány, NDR)

»Ein episodisches, sprachlich funkelndes Mosaik, das so uneinheitlich, bunt und doch organisch ist, wie es wohl nicht einmal der Semmelkloß namens Österreich je war.« (Brigitte Preissler, Berliner Zeitung)

»Eindrucksvolle Bilder in einer kraftvollen und abwechslungsreichen Sprache.« (Alexander Kluy, Rheinischer Merkur)

»Ein Glücksfall in der österreichischen Literatur.« (Wienerin)

»Die Stärke von Eisflüstern liegt nicht zuletzt im Atmosphärischen. Balàkas Sprache ist präzis und sinnlich (…) ein hervorragendes Buch.« (Daniela Strigl, Der Standard)

»Ein Buch, das ich nach dem Lesen der ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte.« (Georg Walz, literaturkritik.de)

»Mit mächtigen Bildern, detaillierten Schilderungen und ungeheurer Einfühlung (…) hat dieser Roman eine Qualität, die an Werke Christoph Ransmayrs und Isabel Allendes gemahnt.« (Frido Hütter, Kleine Zeitung)

»Eisflüstern braucht den Vergleich mit den besten amerikanischen Büchern nicht zu scheuen.« (Werner Schandor, Der Falter)

»Wie es Bettina Balàka als Nachgeborener gelingt, die Erfahrungs- und Erkenntnisessenz der eisigen Jahre des Ersten Weltkriegs zu erfassen und in ein Eisflüstern zu gießen, das ist beeindruckend.« (Katharina Narbutovic, WDR 3)

»Wie bei einer Symphonie schlägt Bettina Balàka mehrere Themen an und verknüpft Gegenwärtiges mit Vergangenem, Privates mit Beruflichem, Erlebtes mit Erinnertem bzw. Erdachtem zuletzt zu einem Ganzen.« (Harald Klauhs, Die Furche)

 

Das Buch „Eisflüstern“ von Bettina Balàka ist im Droschl Verlag erschienen und kann man zum Beispiel gleich hier per Mausklick bestellen…


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *