von: Urs Heinz Aerni
10. November 2014
3 Kommentare

Bücher, Schriften, Druckerschwärze und viele Menschen

Die 12. Buch- und Druckkunst-Messe in Frauenfeld endete mit Lust auf Ausblick
art-tv.ch uha - Literatur aus dem Maghreb beim Verlag Donata Kinzelbach aus Mainz uha - Michelle und Günther Bucher vom Bucher Verlag Hohenems im Kundengespräch uha - Verleger Michael Fischer aus Berlin im Gespräch uha - junge Künstlerin aus Halle erläutert Besucherinnen ihre Arbeit uha - Bücherpracht von Klaus G. Renner Verlag aus Ottiglio und Zürich uha - Schulklasse beim Ehrengast Neue Cranach Presse aus Kronach (D) uha - Abschiedsbild mit Werkstatt Ruth Loibl aus Rheinfelden (D), Les Mots Mordus aus St. Hippolyte du Fort (F) und Edition Thurnhof Wien uha - Junge Künstlerinnen und Künstler von der Kunsthochschule Halle uah - Verleger Ricco Bilger mit Kundschaft uha - junge Künstlerin aus Halle erläutert Besucherinnen ihre Arbeit uha - Verleger und Autor Kevin Perryman aus Fuchstal (D) mit Kim Hyemee und Achill Dugort aus Irland
uha - Leserin mit Buchkunst von Buch-Einband-Kunst aus Freiburg i. Br., im Hintergrund der Stand von Edition Schwarzdruck aus Gransee (D)

© uha - Leserin mit Buchkunst von Buch-Einband-Kunst aus Freiburg i. Br., im Hintergrund der Stand von Edition Schwarzdruck aus Gransee (D)

Die Frauenfelder Buch- und Druckkunst-Messe ging als internationale Werkschau von Büchern, Gestaltung, Drucken, Einbänden und Papieren zum 12. Mal in Frauenfeld über die Bühne. Auf der Messe, die in zwei Hallen im historischen Eisenwerk in Frauenfeld stattfand, präsentierten sich alte Handwerke im Bereich Druck und Papier und zeigen zeitgenössische, künstlerische Anwendungsmöglichkeiten von Bleisatz, Handpressendruck, Kupfertiefdruck, Handbuchbinderei, Holz- und Linolschnitt, Typografie, Papierschöpfen, Papierkunst, Druckkunst und Künstlerbuch. Aber auch Verlage mit Belletristik, Lyrik, Sach- und Kunstbuch waren vertreten, so die Dahlemer Verlagsanstalt aus Berlin, Kinzelbach Verlag aus Mainz und zum ersten Mal der Bucher Verlag aus Hohenems. Wiederum präsentierte der Verein der unabhängigen Verlag der Schweiz, SWIPS, ihre Neuerscheinungen.

Beeindruckter Stadtpräsident

Am Eröffnungs-Aperitif mit Gründer und Initiant Beat Brechbühl, dem Vorstand des Trägervereins Bodoni Club betonte der Stadtpräsident von Frauenfeld, Carlo Parolari, wie es beeindruckend sei, diese Welt rund um Buch, Papier und Schriftkunst und regte an, weiterhin mit Leidenschaft dran zu bleiben, indem man neben dem Offsetdruck, Siebdruck, Tief- und Hochdruck dem Erfolgsdruck Paroli bietet. Beat Brechbühl überreichte dem Kommunalpolitiker Gemeinschaftswerke der Aussteller aus vergangenen Messen als Geschenk.

Nicht nur sehen…

Viele der Aussteller führten ihre Kunst live am Stand vor, wozu zuvor mitunter tonnenschwere Maschinen in die Werkhalle manövriert wurden. Die Besucher und Besucherinnen waren eingeladen, den Arbeiten zuzusehen, zu staunen, zu riechen, zu fühlen und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Am Freitag ließ sich eine ganze Schulklasse am Stand des Ehrengastes Ingo Cesaro mit der „Neuen Cranach Presse“ aus Kronach (Deutschland) zeigen, wie Poesie entsteht und auch gleich gestaltet werden kann.

International aber mit Auswirkungen des Deutschen Bahnstreiks

Laut Aussteller gingen auch die Verkäufe erfreulich gut: alte und neue Bücher, Handpressendrucke, Einblattdrucke, Alben und Kassetten, Marmor- und Künstlerpapiere, hand- und maschinengeschöpftes Bütten, Kunst und Kleinkunst, Karten und Geschenke.
Die Aussteller und Ausstellerinnen reisten aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Liechtenstein, Irland, Japan und der Schweiz zur Messe nach Frauenfeld an, und dies teilweise seit Jahren und Jahrzehnten. Der Streik bei der Deutschen Bahn spürte man auch hier, denn ein Aussteller aus Leipzig konnte deswegen nicht dabei sein und ein anderer traf mit Verspätung ein.

Die «Schwarze Kunst» – so nennen die Handpressendrucker ihr Gewerk, inspiriert von der Farbe ihrer Fingerspitzen – findet aber auch beständig neue Adepten, die mit frischen Gestaltungs- und Anwendungsideen das alte Handwerk lebendig halten.

Stabilität statt Wachsstumsdruck

Laut Veranstalter sei man erfreulich über den Besucheraufmarsch überrascht worden, da die Herbstsonne vielleicht ein Hindernis hätte werden können: „Wir reden auch nicht jedes Mal von einem Besucherrekord, denn uns ist langfristige Qualität und Stabilität wichtig“, so ein Vorstandsmitglied vom Trägerverein und Mitorganisator Bodoni Club. Die nächste Messe soll wieder im Jahr 2016 im Eisenwerk in Frauenfeld wieder ein Treffpunkt für Menschen sein, die Schrift, Papier und schöne Bücher lieben.

pd

Hier können Sie das ganze Programmheft herunterladen…

 

 


3 Kommentare auf “Bücher, Schriften, Druckerschwärze und viele Menschen

  1. Viele Menschen wie schön! So lebt das Analoge auch weiter und es mangelt nicht an Interesse!!! Ein Hoch auf die Kunst der Typografie, Grafik, Buchdruckkunst und all die Leser, die das schätzen und lieben!

  2. Wie wahr! Langsam entwickelt sich die Buch- und Druckkunstmesse in Frauenfeld zu einer der schönsten Veranstaltungen rund um Buch und Buchgestaltung in der Schweiz. Erstaunlich war in der Tat der Besucherstrom im Vergleich zu vor zwei Jahren. Die Vorfreude auf die Ausgabe 2016 ist gross.

  3. für uns alle war die buchmesse in frauenfeld die bisher schönste und positiv bestärkenste messe.
    euphorisiert und mit dem gefühl, gute und experimentelle künstlerbücher zum anfassen zu machen,
    sind wir nach halle zurückgekommen.
    wir haben kontakte knüpfen können mit vielen netten menschen und wurden so angenehm von
    allen aufgenommen- vor allem durch euch.
    aus diesem grund hoffen wir, dass die frauenfelder buchmesse auch in zwei jahren wieder
    mit uns stattfinden kann, denn ihr schweizer seid superklasse!

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